Ein System besteht im technischen Sinn aus einzelnen Einheiten. Fällt eine Einheit aus, kann dies schwere Folgen nach sich ziehen: So kann beispielsweise der Ausfall einer Welle dazu führen, dass ein Zug entgleist. Dabei entstehen beträchtliche Geldschäden und möglicherweise kommen Menschen zu Schaden (z.B.: das Zugunglück in Manila im Jahr 2014 oder der Vorfall nahe Köln im Jahr 2008). Um solche Folgen zu vermeiden, soll gegen Ausfälle und Versagen von technischen Einheiten vorgegangen werden. Die technische Diagnostik hilft dabei, das System anhand verschiedener Konzepte, Methoden und Techniken zu überprüfen und zu beurteilen.

Ein wichtiges Werkzeug der technischen Diagnostik stellt die ZfP dar. Als ZfP werden nicht-invasive Methoden bezeichnet, die zum Prüfen, Evaluieren und Charakterisieren von Bauteilen eingesetzt werden. Dabei basieren die Methoden auf den physikalischen Prinzipien des Wahrnehmens und Beurteilens.

Das Prüfziel der ZfP ist es, die strukturelle Integrität eines Bauteils oder einer Anlage nachzuweisen, die eine ungestörte Funktionalität gewährleistet. Ist die strukturelle Integrität durch Materialdefekte, die ein Versagen hervorrufen können, gestört, besteht das Ziel diese nachzuweisen und ggf. eine Reparatur oder einen Austausch vorzunehmen.

Es ist bei Anwendungen mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen notwendig, das ZfP-System als ein technisches System anzusehen, das ebenfalls versagen kann.